EMDR-Traumabehandlung

Was ist EMDR?

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ist eine, von Dr. Francine Shapiro 1989 – 1991 entwickelte, etablierte traumabearbeitende Psychotherapiemethode, welche die Behandlung traumatisierter Menschen erheblich verbessert. Die Wirksamkeit von EMDR in der Traumatherapie ist wissenschaftlich bestätigt und wird von der American Psychological Association (APA) und der International Society for Traumatic Stress Studies (ISTSS) als effektiv anerkannt.
Ursprünglich verwedendet wird EMDR für die effiziente Bearbeitung von traumatischen Erlebnissen. Auch wird es erfolgreich bei der effizienten Behandlung von Angst- und Selbstwertstörungen, Panikattacken, Phobien und Leistungsblockaden angewendet.

Was ist ein Trauma?

Ein Trauma ein Erlebnis, bei dem der Betroffene während des Ereignisses intensive Angst oder Schrecken, manchmal auch Horrorgefühle oder grosse Hilflosigkeit erlebt. Beispiele sind Unfälle, Vergewaltigung, Überfälle, Kriegsgeschehen, aber auch Kindesmisshandlung oder sexueller Missbrauch. Aber auch Ereignisse wie Mobbing, Trennungen, Todesfälle von Nahestehenden etc. Können traumatisierend wirken.
Diese Erlebnisse sind solche, die nicht typischerweise in den „normalen“ Alltag oder die „normalen“ Erfahrungsbereiche eines Menschen fallen.

Typ-I-Traumata (unvorhersehbar, einmalig, z.B. ein schlimmer Unfall oder eine Naturkatastrophe, die einfach so ganz plötzlich passiert)
Typ-II-Traumata (eher vorhersehbar, mehrmalig, z.B. wiederholt von den Eltern verprügelt werden).

Welche Folgen hat ein Trauma?

Kann die Person das Ereignis nicht ausreichend verarbeiten kann eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entstehen.
Sehr wichtig ist der Punkt, dass nicht jeder Mensch nach jedem Trauma auch eine PTBS entwickelt.
Typisch ist, dass der Betroffene die traumatische Situation immer und immer wieder erlebt („Flash-Back“) – in Form von Albträumen, Erinnerungsfetzen bis zum Gefühl, sich wieder in diesem Geschehen zu befinden.
Auch ähnliche Situationen oder nur einzelne, an sich harmlose, Reize können diesen Zustand nochmals hervorbeschwören – ein Geruch, ein Türeknallen, wenn man eine bestimmte Person sieht....

Der Betroffene meidet deshalb zunehmend Situationen, Gedanken, Orte und Menschen, die solche "Flashbacks“ auslösen, oft mit der Folge, dass er sich mehr und mehr auch aus dem normalen Alltagsleben zurückzieht.
Auf der anderen Seite stumpft die normale Reaktionsfähigkeit zunehmend ab; der Betroffene kann sich an wichtige Aspekte des auslösenden Ereignisses nicht erinnern, sein Interesse an Tätigkeiten und Mitmenschen erlahmt. Er fühlt sich von seiner Umwelt distanziert, ist in seinen Gemütsreaktionen gedämpft – kann sich weder richtig freuen, noch richtig trauern. Die Zukunft erscheint oft bedrohlich oder "überschattet“.
Zum dritten befindet sich der Betroffene in einem ständigen Zustand der Übererregung: Er ist sehr schreckhaft, reizbar und neigt zu Wutausbrüchen, ist häufig innerlich unruhig und "überwach“, hat Einschlaf- und Durchschlafstörungen und kann sich nur schlecht konzentrieren.

Damit ist die Lebensführung bei einem PTBS-Kranken deutlich beeinträchtigt. Viele der Betroffenen entwickeln Depressionen oder psychosomatische Erkrankungen Erkrankungen wie Schmerzsyndrome und versuchen, ihre Ängste mit Alkohol oder anderen Drogen zu betäuben.


Wie läuft die Behandlung mit EMDR ab?

Im therapeutischen Gespräch wird daher die spezifische Problematik erhoben, die Bedürfnisse abgeklärt und ein individueller Behandlungsplan erstellt.
Die EMDR-Behandlung beinhaltet einen klar strukturierten Ablauf, der sowohl den KlientInnen, als auch den TherapeutenInnen einen sicheren Rahmen bietet. Es wird ermöglicht, sich dem auslösenden Ereignis anzunähern, ohne von den belastenden Gefühlen überflutet zu werden.
Alternierende beidseitige Sinnesreize (z. B. geleitete Augenbewegungen, Antippen der Hände, Schnippen mit den Fingern) bringen die Verarbeitung und Integration traumatischer Erfahrungen neu in Gang und führen sie zu Ende.
Vor diesem Prozess werden jedoch Methoden zur Stabilisierung und Stärkung der KlientInnen eingesetzt und ein Zeichen vereinbart, mit dem die KlientInnen die Verarbeitung jederzeit stoppen kann, wenn die Belastung zu groß werden sollte.
Sinn einer EMDR Therapie
Normale Erfahrungen speichern wir im Gedächtnis, indem sie sortiert und mit bisherigen Inhalten verknüpft werden. Ein Trauma hingegen wird vermutlich nicht normal einsortiert, sondern mitsamt allen dazu gehörenden Sinneseindrücken und Gedanken separat gespeichert. Später kann alles was an das Trauma erinnert – ein lauter Knall, ein Geruch, eine Berührung – dazu führen, dass der Betroffene das Gefühl hat, die Situation nochmals zu durchleben. Angst, Hilflosigkeit und körperliche Reaktionen wie Atemnot und Herzrasen sind die Folge. Ziel einer EMDR Therapie ist deshalb, die Erinnerung an das Trauma wie eine ganz normale Erinnerung ins Gedächtnis einzusortieren. Betroffene sollen sich nicht mehr wehrlos in die Situation zurückversetzt fühlen, sondern im Anschluss an eine Traumatherapie die Erinnerungen normal wahrnehmen und aushalten können.


Wie wirkt EMDR?

Eine Traumatherapie mit EMDR soll über drei Mechanismen bewirken, dass der Betroffene die Erinnerungen an das Trauma nicht mehr als bedrohlich erfährt:

Bei EMDR werden Erinnerungen an das Trauma wiederholt in der sicheren Umgebung der Therapie hervorgeholt und so mit dem Gefühl relativer Sicherheit verknüpft. So lernt der Betroffene, dass die Erinnerungen nicht bedrohlich sind. Das liegt daran, dass das Gedächtnis alles miteinander verknüpft was häufig gepaart auftritt. Ähnlich wie bei Höhenangst oder Flugangst wird die Angst immer geringer, je öfter man sich ihr stellt.

Forscher gehen davon aus, dass im Traum Erinnerungen sortiert und im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Die schnellen Augenbewegungen während der EMDR Therapie sollen die Augenbewegungen simulieren, die wir machen, wenn wir träumen. EMDR soll so Gedächtnisprozesse anregen und eine schnellere Heilung mittels Traumatherapie ermöglichen.

Die rhythmische Stimulierung durch die Augenbewegungen soll dem Patienten außerdem erleichtern, sich zu entspannen und die bedrohlichen Erinnerungen an neutrale Reize zu koppeln. Deshalb setzen manche Therapeuten zusätzlich auch beidseitige Berührungen an den Armen ein.

zeitungsartikel schaffer emdr aug2017

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